Grip Leggings im Selbstversuch!

Bald ist wieder Winter. Winter bedeutet in Deutschland in der Regel, dass es sehr, sehr kalt wird. Nun haben wir ja bei unserem heiß geliebten Hobby Pole Dance das Problem, dass wir sehr viel nackte Haut zeigen müssen und dementsprechend auch schnell auskühlen. Im Winter ist das natürlich alles doppelt problematisch, denn erstens ist es schon so kalt, dass wir dick eingemummelt zum Training kommen und überhaupt erstmal auf Betriebstemperatur gebracht werden müssen, bevor wir uns ausziehen können. Und zweitens werden die Muskeln sehr viel schneller kalt als im Sommer, da wir unsere Trainingsräume ja schlecht auf 25 Grad hochheizen können.
Nun gehört unsere Autorin Katharina zu den frierendsten Frierkätzchen überhaupt auf dieser Welt und hat schon im Winter so manches Mal arg über die knappe Pole Dance Bekleidung geschimpft. Seit einiger Zeit bietet die Stangentanz-Industrie aber eine Alternative zu nackter Haut an der Pole: Sogenannte Grip Wear. Unterschiedliche Anbieter verkaufen Oberteile, sowie Leggings und letztere hat unsere Autorin doch direkt ausgetestet!
Produktdetails von typischer Grip Wear
Zunächst einmal muss man sagen, dass Grip Wear nicht besonders kostengünstig ist. Schnell ist man mit 70 bis 150 Euro pro Kleidungsstück dabei. Auch die Prints sagen nicht jedermann (oder -frau) zu, meist beherrscht der Leo Print die Oberfläche der Produkte mit Halt an der Stange. Es gibt natürlich unterschiedliche Farben und Formen und einige wenige Teile ohne Animal Optik finden sich tatsächlich auch (wenn auch eher die Ausnahme). Die meisten Grip Leggings sind aus etwas festerem und wenig nachgiebigem Stoff, ähneln also keineswegs normaler Sportkleidung, die recht dünn und elastisch ist und sich der Körperform anpasst. Auf der Oberfläche der Grip Leggings befinden sich eng aneinander angeordnet gummiähnliche und an Aufdrucke erinnernde Muster, die sich so ähnlich wie Latex anfühlen. Diese Partikel geben also den nötigen Halt an der Stange. Soso!
Kurzbewertung der Grip Leggings
Zunächst einmal erzeugen die Grip Leggings durch den festeren Stoff eine Art Shaping Effekt. Das kann ganz nett sein, manch einer fühlt sich aber vielleicht arg eingeengt, immerhin ist der Sitz der Leggings an den Beinen und der Hüfte schon ziemlich straff. Tatsächlich hält man mit der Grip-Oberfläche auch an der Stange (wir haben dies an Edelstahl-Stangen getestet, sind unser aber sicher, dass es auch an anderen Materialen keine Probleme geben dürfte), man klebt förmlich. Dies birgt aber auch eine ganze Menge Risiken und Nachteile: In der Straßenbahn kann man sich beispielsweise nicht hinsetzen, da man sonst an den Sitzen pappt. Generell sammelt sich auf der Oberfläche der Leggings auch eine Menge Dreck und Fusselei. Zudem begann sich die Beschichtung der Leggings nach der zweiten Benutzung langsam abzulösen, sodass zwischen den Oberschenkel oben und in den Kniekehlen kein Gripüberzug mehr vorhanden war. Des Weiteren hat unsere Autorin beobachtet, dass man durch die Grip Leggings oft die eigentlich für den Halt notwendigen Muskelpartien entspannt (wozu auch anspannen, die Leggings hält ja für einen). Das geht dann meistens nicht so gut aus für einen Trick oder Move. Darüber hinaus sind nötige Drops (z.B. wenn man aus dem Outside Leghang in den Superman wechseln möchte) nicht mehr möglich, sodass einige Figuren gar nicht mehr ausführbar sind. Und noch ein weiteres Manko: im Pole Sit z.B. (und bei allen Figuren, wo man irgendwo einklemmt und festhält) fängt die Leggings an, sich zu verzwirbeln, d.h. sie dreht sich um das eigene Bein und das wird dann unangenehm und bringt uns für die Ausführung der Figuren überhaupt nichts mehr. Und zu guter Letzt ist uns aufgefallen, dass man unter der Leggings ganz schön schwitzt – ist ja irgendwie klar, denn der Stoff ist aufgrund seiner Dicke und Beschaffenheit wohl eher weniger luftdurchlässig.
Fazit zu haltgebender Pole Dance Bekleidung
Für unsere Autorin und Frierkatze Katharina hat sich die Grip Leggings überhaupt nicht bewährt. Die Nachteile haben die Vorteile deutlich überwogen und von der anfänglichen Begeisterung um Ganzkörperkleidung, die uns an der Stange halten lässt, uns vor Kälte und einem Schwitzproblem schützt, ist nichts mehr übriggeblieben. Dann doch lieber ein ordentliches Warm-Up, dass uns so richtig einheizt und unsere Muskeln ins kalten Wintern zum Kochen bringt, als Funktionskleidung, die ihre Funktion im Endeffekt gar nicht erfüllt. Schade zwar, denn der Gedanke ist sicherlich ein guter, aber in der Umsetzung aus unserer Sicht mangelhaft. Wir bleiben bei Dry Hands und schöner, wenn auch knapper Pole Dance Wear!


